Picture Paradise

Eine Ausstellung ist nicht genug – auf dem Weg zu einer ganzheitlichen Aufdeckung von Lücken in der Kunstlandschaft

The Gap Project nutzt den vorhandenen Ausstellungsraum für einen ungewöhnlichen Twist: Dort, wo sich die Künstlerinnen des Kollektivs mit ihren eigenen Werken zeigten, wird Platz gemacht für einen weiteren Aspekt, der uns besonders am Herzen liegt: die Sichtbarkeit lokaler Stimmen. Denn die eigene städtische Szene ist vielfältig und steckt voller Expertise. 

Die Eröffnung von Picture Paradise am 6. November ist ein weiteres Puzzleteil in der Arbeit von GAP. Die Ausstellung bildet eine eigene Sektion innerhalb von Play and Pleasure und ist zugleich fester Bestandteil des Gesamtkonzepts. Wir wollen die starken Positionen aus unserer Region im größeren Kontext zeigen und feiern.

Über einen öffentlichen Aufruf haben sich mehr als 40 Künstler:innen beworben, unser Call wurde sogar in Berlin oder Hamburg gehört. Wir sehen darin, dass die örtliche Eingrenzung übersehen wurde, ein Zeichen dafür, dass der Wunsch an Teilhabe an explizit dieser Show mit diesem Thema, größer war als das Einhalten der Richtlinien. Diese Rückmeldung macht uns stolz und bestätigt unseren Prozess. Die von uns ausgewählten Positionen spiegeln unsere Region selbst als ein Picture Paradise, welches reich an schmackhafter Kunst ist.

Vor allem die gedankliche Kluft zwischen lokaler und nationaler Kunst ist für uns ein Stück kleiner geworden. Auf knapp 300 qm hängen die Werke Seite an Seite und befruchten sich gegenseitig – mit Anspielungen, zarten thematischen Verbindungen, aber auch rein visuell. Bei den Führungen erleben wir immer wieder, wie „Fans" ihre Künstler:in wiederentdecken, spannendes Insiderwissen beisteuern und selbst Verbindungen zu anderen Werken herstellen. Solche Momente bestärken uns darin: Die Durchmischung macht die Vermittlung eher zugänglicher, nicht komplizierter. Eine echte Auseinandersetzung knüpft eben an vertraute innere Bilder an.

Auch hier ist Vernetzung eines unserer Ziele – denn wenn Idee, gemeinsame Vision und künstlerische Umsetzung zusammenfinden, setzt das nicht nur bei den Betrachter:innen etwas frei.

Gezeigt werden Arbeiten von Katharina Andes, Boglárka Balassa, Sophie Bauhaus, Angelika Dirscherl, Lisa Dorfschmid, Cédric Pintarelli, Barbara Guthy und Soana Schüler.

Diana Frasek

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Play and Pleasure — Vernissage